Festival für Weltliteratur
20.–25.1.2020 – Köln

»Widerstände«

Auftaktveranstaltung mit den AutorInnen der Poetica
Montag, 20.1.2020, 19.00 Uhr

Universität zu Köln Aula I + II

Am Anfang muss die Begeisterung stehen – für die Literatur und das widerständige Vergnügen, das sie uns bietet, ihren herausfordernden, belebenden Kitzel. Sieben Autorinnen und Autoren aus aller Welt, die zur sechsten Poetica nach Köln gereist sind, werden sich an diesem ersten Abend mit Kurzlesungen sowie im Gespräch mit dem Kurator Jan Wagner vorstellen und zugleich das Thema des diesjährigen Fests der Weltpoesie erstmals anklingen lassen. Drei Bedeutungen hat das Wort „Resistenz“: Es bezeichnet den Härtegrad eines Gegenstands, sodann die Widerstandsfähigkeit eines Lebewesens gegenüber Einwirkungen von außen, schließlich den Widerstand gegen eine Lage, einen Menschen, eine Gruppe von Menschen. Alle drei Bedeutungen lassen sich ohne weiteres auf die Poesie übertragen, die gefestigt genug sein will, um dem Vergehen zu trotzen, die mit dieser störrischen Beharrlichkeit nachgerade immun zu sein scheint gegen den flüchtigen Zeitgeist und alle modischen Ismen – und die schließlich immer auch Gegenentwurf zum Status quo sein konnte und wollte, ein Widerspruch, ein Widerspinst. Wirklich, man darf das Thema dieser Poetica, Widerstand, durchaus im Plural lesen: Widerstände.

Der Abend wird eröffnet durch Grußworte von Axel Freimuth (Rektor der Universität zu Köln) und zwischen den Lesungen der Autorinnen und Autoren finden sich Minima Poetica, kurze poetologische Essays zum Thema, von Günter Blamberger (Internationales Kolleg Morphomata) und Ernst Osterkamp (Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung). Im Anschluss an diese Auftaktrevue der Querdenker lädt die Universität zu Köln zu einem Empfang.

Mit Tadeusz Dąbrowski (Polen), Luljeta Lleshanaku (Albanien), Agi Mishol (Israel), Herta Müller (Deutschland), Sergio Raimondi (Argentinien), Xi Chuan (China) und Serhij Zhadan (Ukraine) sowie dem Kurator Jan Wagner (Deutschland).

Es lesen und begleiten den Abend musikalisch: Philipp Plessmann mit Yvon Jansen und Katharina Schmalenberg.

Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Englisch statt.

Der Eintritt ist frei.

»Poetry makes nothing happen«

Öffentliche Diskussion mit den AutorInnen der Poetica
Dienstag, 21.1.2020, 14.00 Uhr

Aula der Kunsthochschule für Medien Köln

Was können Worte bewirken, wenn nicht ein Demagoge sie missbraucht, sondern eine Schriftstellerin oder ein Schriftsteller sie sorgsam abwägt, wenn Sprache also zum Material der Kunst wird? Wie ließe sich von dort aus, aus dem Reich der Metapher und des Klangs, Wirkung ausüben auf die Welt der Machtspiele und der Ungerechtigkeiten, der Realpolitik und des Faktischen, zumal in einer Zeit, in der Fakten nicht mehr zu zählen scheinen, in der Worte gedreht und Wahrheiten gewendet werden, die Rohheit triumphiert und kalkuliert Gift in die Rhetorik geträufelt wird?

Nichts, gar nichts bewirke die Poesie, so schrieb W.H. Auden in seiner herrlichen Elegie auf William Butler Yeats, obschon Auden lange Zeit selbst als hochpolitischer, engagierter Autor galt und über den spanischen Bürgerkrieg schrieb, und so gesteht er denn der Sprachkunst immerhin ein bisschen Einfluss zu: „In unserem Zeitalter ist das Erschaffen eines Kunstwerks an sich schon ein politischer Akt“, so Auden, weil es „das Management“, so nennt er es, an etwas erinnere, an das Manager stets erinnert werden sollten, daran nämlich, dass die von ihnen Gemanagten Leute mit Gesichtern seien, nicht anonyme Nummern, dass im Homo Laborans, im Arbeitenden, immer auch ein Homo Ludens, ein Spielender, stecke. Ließe sich womöglich noch mehr zugunsten der Poesie sagen? Die Autoren der sechsten Poetica suchen gemeinsam nach den umstürzlerischen Qualitäten der Dichtkunst.

Moderation: Jan Wagner

In Kooperation mit der Kunsthochschule für Medien Köln.

Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Englisch statt.

Der Eintritt ist frei.

»Mein Vaterland war ein Apfelkern«

Lesung und Gespräch mit Herta Müller
Dienstag, 21.1.2020, 19.30 Uhr

Kulturkirche Köln

„Ich weiß nicht, ob man auf die Schönheit noch mehr angewiesen ist, ob man sie noch mehr in der privaten Sprache sucht, wenn die offizielle Sprache nur leeres Blech ist“, so Herta Müller vor einigen Jahren in einem Gespräch: „Ich glaube, dass man genau auf Wörter horcht, wenn man weiß, wieviel ein Wort ausmacht. Ich habe immer gehorcht, ich hab das Schöne gesucht, ich hab gewartet, dass es aufkreuzt. Ich glaub, ich habe Ästhetik gelernt und mich an ihr geprüft. So habe ich meine Nerven beruhigt und die Angst gezähmt.“

Wie sich wehren gegen die „Ödnis der Parteisprache“, sich Freiheit und Courage erhalten, wie auf eigener Sprache und eigenwilligem Denken beharren unter widrigsten Umständen, im bedrückenden Grau einer staatlich bis in die kleinsten Räume kontrollierten Wirklichkeit, in der Verhöre und Zensur, verwanzte Wohnungen, Misstrauen und Verrat an der Tagesordnung sind, einer Realität, an der man Freunde zerbrechen sieht? Herta Müllers Romane führen vor, wie der „Worthunger“ die Angst in der Diktatur besiegt, wie aus dem Aufbegehren in Nicolae Ceaușescus Rumänien, gegen die menschenfeindlichen Ideologien, wie aus der eigenen Geschichte und gegen die Macht große Literatur wird, so in Herta Müllers Romanen Der Fuchs war damals schon der Jäger und Herztier, aber auch in Atemschaukel, dem die Geschichte ihres Freundes Oskar Pastior zugrundeliegt. Hier wie dort gilt es, „durch Sprache eine Wahrheit erfinden, die zeigt, was in und um uns herum passiert, wenn die Werte entgleisen“.

Im Gespräch mit dem langjährigen Freund, dem Lyriker Ernest Wichner, der wie Herta Müller aus dem rumänischen Banat stammt, wird die Notwendigkeit der Poesie in bedrückenden Zeiten, die befreiende, überlebenswichtige Macht der Wörter erfahrbar und aus einem der eindrücklichsten Werke deutscher Sprache gelesen werden.

Moderation: Ernest Wichner

Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt.

Eintritt 8/10 EUR

Die Karten erhalten Sie über den Kartenvorverkauf der Kulturkirche Köln und an der Abendkasse.

»Vorbereitungen für die Levitation«

Literarische Werkstatt mit Jan Wagner
Mittwoch, 22.1.2020, 10.00 Uhr

Internationales Kolleg Morphomata

Klassisch, sagte T.S. Eliot einmal, sei ein Dichter, der einen Kritiker in sich trage. Aber sollten das nicht wir alle tun, die wir Gedichte schreiben und zwangsläufig unsere eigenen ersten und zudem maßgeblichen Leserinnen und Leser sind? Gelingt es nicht erst dank der inneren Widerstände, weiter zu denken und höher zu springen, zu fliegen gar?

Auch im Rahmen der Poetica 6 wird den Studierenden der Universität zu Köln und der Kunsthochschule für Medien die Möglichkeit geboten, in einer literarischen Werkstatt zusammenzukommen und einander ihre eigenen Texte vorzustellen, gemeinsam mit dem Kurator der Poetica, Jan Wagner. Die Zahl der Teilnehmenden wird auf zwölf begrenzt, um einen intensiven Austausch zu ermöglichen. Teilnehmen können nur eingeschriebene Studierende der Universität zu Köln und der Kunsthochschule für Medien.

Interessentinnen und Interessenten werden gebeten, eine Textprobe – ein bis zwei Gedichte, aber nicht mehr als zwei Seiten – einzusenden an Antonia Villinger (antonia.villinger[at]uni-koeln.de). Frist hierfür ist der 19. Dezember 2019.

 

Die Veranstaltung ist nicht öffentlich.

»Notizen zum Mosquito«

Lesungen und Gespräche mit Tadeusz Dąbrowski, Agi Mishol und Xi Chuan
Mittwoch, 22.1.2020, 19.30 Uhr

Literaturhaus Köln

Wenn es nachhaltig juckt, war es wirksam – und mit umso größerem Vergnügen will man sich erneut stechen lassen. Ein gutes Gedicht verfolgt uns, lässt uns nicht in Ruhe, und wenn wir es gerade vergessen zu haben glauben, nähert es sich erneut, lässt sich bei uns nieder und summt uns unwiderstehlich ins Ohr.

Dass die Welt ihrerseits die Dichter nicht zur Ruhe kommen lässt und sie mit allen Schönheiten, aber auch den Dunkelheiten, zu schreiben drängt, wird an diesem Abend mit drei gefeierten Dichtern aus ganz unterschiedlichen Sprachräumen deutlich werden – und gleich zwei haben dem Moskito mindestens ein Gedicht gewidmet: Tadeusz Dąbrowski lässt ihn an seiner Wade trinken, bevor er sich dem „heiligen Gesang“ einer Hummel zuwendet, die über einen Stacheldraht davonschwebt, und Xi Chuan verfolgt den Stammbaum des zierlichen, wenngleich oft tödlichen Insekts, seinen Lebenslauf zwischen Sonnenauf- und -untergang, sein überraschendes Erscheinen: „Wann immer ein Koffer geöffnet wird, fliegt ein Moskito heraus“. Offen für kleinste Offenbarungen wie für die großen, nicht zuletzt auch politischen Zusammenhänge ist, wie ihre Kollegen, Agi Mishol, die den unseligen Schritten einer Selbstmordattentäterin nachhorcht, verpflanzte Olivenbäume bedauert und rücksichtslose Schwimmzüge im Freibad betrachtet, zwischen persönlicher Klage und präzisen gesellschaftlichen Bestandsaufnahmen changierend: „Vergebt mir“, ruft sie ihre Musen an, „wenn ich euch behellige mit unser Geschichte,/ die sich wiederholt“.

Mit dem Vortrag ihrer Gedichte sowie im Gespräch mit Jan Wagner und Lea Schneider werden Agi Mishol, Tadeusz Dąbrowski und Xi Chuan zeigen, was sie zum Dichten treibt – und wie es unter ihren Händen zu großer Sprachkunst wird.

Moderation: Lea Schneider, Jan Wagner

Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Englisch statt.

In Kooperation mit dem Literaturhaus Köln.

Eintritt 10/8/6 EUR

Karten gibt es an der Abendkasse, im Vorverkauf über Offticket oder die folgenden Buchhandlungen: Lengfeld’sche Buchhandlung, Kolpingplatz, T. +49 (0)221-257 84 03
Buchhandlung Bittner, Albertusstraße, T. +49 (0)221-257 48 70

»Eine Verteidigung der Poesie«

Öffentliche Diskussion mit den AutorInnen der Poetica
Donnerstag, 23.1.2020, 14.00 Uhr

Internationales Kolleg Morphomata

Im Jahre 1820 erschien in England ein Essay des Schriftstellers Thomas Love Peacock, The Four Ages of Poetry, der die gesamte Dichtung, von ihren Anfängen bis zum Ende des römischen Reiches, aber auch die danach, bis ins neunzehnte Jahrhundert hinein verfasste, in vier Zeitalter unterteilte, vor allem aber der Verskunst seiner eigenen Zeit, der Lyrik von Wordsworth, Coleridge und Byron also, eine Abfuhr erteilt. Mehr noch, zielte doch die Streitschrift des Autors, in dessen Zweitname kurioserweise die Liebe und in dessen Nachname der Pfau auftaucht, auf die Verunglimpfung der Dichtkunst an sich: „Poesie war die geistige Rassel, die in der Kindheit der Zivilisation den Intellekt aufgeweckt hat“, schreibt er und spricht der Lyrik rundheraus jeglichen Nutzen ab. Es sei an der Zeit, dass der vernünftige, gereifte Mensch sich dieses Kinderspielzeugs endlich entledige. Und doch wäre Peacocks Essay längst in Staub und Dunkelheit versunken, wenn er nicht einen ihm bekannten Poeten, Percy Bysshe Shelley, dazu angestachelt hätte, eine gründliche und gültige Entgegnung zu verfassen – die Defense of Poetry. Und heute? Ist die Verteidigung der Poesie noch länger – oder vielleicht wieder – notwendig? Die Gedichte Shelleys mögen unvergänglich, der Name Peacocks hingegen fast vergessen sein – doch seine Vorbehalte, das Peacocksche an sich, hat die Vier Zeitalter der Poesie problemlos überdauert. Die Autorinnen und Autoren der Poetica denken gemeinsam über die Rolle der Poesie in unserer heutigen, unübersichtlichen Welt nach – und ersinnen mögliche Verteidigungsstrategien. Am Anfang des Gesprächs wird eine heutige Stellungnahme zur Poesie stehen, wird Sergio Raimondi seine Berliner Rede „Probleme beim Schreiben einer Ode an den Pazifischen Ozean“ in Auszügen vorstellen.

Moderation: Jan Wagner

Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Englisch statt.

Der Eintritt ist frei.

»Widerstehen und Abwarten«

Lesungen und Gespräche mit Luljeta Lleshanaku, Sergio Raimondi und Serhij Zhadan
Donnerstag, 23.1.2020, 19.30 Uhr

Zentralbibliothek der Stadtbibliothek Köln

Womit hätte die Lyrik sich heutzutage zu befassen? Die Antwort fällt leicht – denn wie zu früheren Zeiten kann alles Material für ein wahrhaft gelungenes Gedicht sein, alles hat es verdient, seinen Platz zu finden in einem Vers, in einer Strophe. Und mag es auch sein, dass die Leserschaft in der langen Geschichte der Poesie nur in Ausnahmefällen zahlreich war, hindert dies das Gedicht nicht, sich auch der größten, der komplexesten Zusammenhänge anzunehmen. Wenn der Blick des argentinischen Dichters Sergio Raimondi auf einen Fisch fällt, so dringt er von dessen Schuppen vor zu Fangflotten, Frachtstatistiken, Containerverschiffung, folgt dem globalisierten Handel in lyrischen „Beiträgen zu einer Studie der Exportwirtschaft“ bis in die kleinsten Verästelungen – was nicht ausschließt, dass er anderswo einem obdachlosen Silenus im Bahnhof ein Denkmal setzt oder liebevoll seinen neugeborenen Sohn betrachtet. So verworren wie bedrückend ist auch das Thema, dem sich der Ukrainer Serhij Zhadan (der durchaus, als Dichter wie als Musiker, Hallen zu füllen versteht) in seiner jüngeren Lyrik und Prosa zuwendet – Zhadan ist der sprachmächtige Chronist des nicht enden wollenden Krieges im Osten seiner Heimat, vollbringt dabei das Kunststück, so klarsichtig und maßvoll in seinen Analysen wie ergreifend in seinen Texten zu sein: „Versuchen wir es noch einmal:/ Die Zeit kehrt in die alten Wohnungen zurück/ und findet unsere Spuren nicht mehr.“ Luljeta Lleshanaku schließlich führt uns mit unwiderstehlichen Bildern in das Albanien ihrer Kindheit und Gegenwart, wo Bartstoppeln zu Ameisen um den glatten Stein eines Kinns werden, wo das Geheimnis der Gebete erforscht wird und die Straßen, die irgendwann nach Alaska führen, bis zu ihrem Ursprung zurückverfolgt werden.

Lesend und erzählend werden die Dichterin und Dichter mit dem Moderator überlegen, ob nicht das vermeintlich machtlose Gedicht von ähnlich verblüffender Wirkmacht sein kann wie das Wasser, das einst Xi Chuans berühmter Landsmann Lao-tse lobte: „Nichts auf Erden ist so weich und schwach/ Wie das Wasser./ Dennoch, im Angriff auf das Feste und Starke/ Wird es durch nichts besiegt:/ Das Nicht-Sein macht ihm dies leicht.// Schwaches besiegt das Starke;/ Weiches besiegt das Harte.“

Moderation: Jan Wagner

Es lesen Nicola Gründel und Philipp Plessmann.

Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Englisch statt.

In Kooperation mit der Stadtbibliothek Köln.

Eintritt 10/8 EUR

Karten erhalten Sie an der Abendkasse.

»Europa im Gedicht – Grand Tour«

Lesungen und Gespräche mit Tadeusz Dąbrowski, Erik Lindner, Luljeta Lleshanaku, Helen Mort und Serhij Zhadan
Freitag, 24.1.2020, 20.00 Uhr

Altes Pfandhaus Köln

Das Europa der Lyrik ist, anders als das politische, in allerbester Verfassung. Die Dichterinnen und Dichter sämtlicher Länder des Kontinents überqueren mit beglückender Selbstverständlichkeit nationale wie sprachliche Grenzen, lassen sich beeinflussen von den Traditionen der Nachbarinnen und Nachbarn, schreiben einander, begegnen einander, tauschen sich aus und diskutieren – und natürlich übersetzen sie auch die Gedichte der Freunde und Kolleginnen in die eigene Muttersprache, machen sie somit für ein heimisches Publikum erfahrbar, bereichern auf diese Weise auch die eigene Sprache und Literatur. Vielleicht ist die uralte, bis in mythische Zeiten zurückgreifende, aber immer noch verblüffend lebendige Form des Gedichts nicht das schlechteste Mittel, um festzustellen, an welchem Punkt des Weges hin zu jenem Ort oder Zustand, zu einem idealen Europa, wir uns befinden. Vielleicht können gerade im Gedicht, diesem vermeintlich unzeitgemäßen Sprachkunststück, die gegenwärtigen Ängste, Hoffnungen, Erwartungen, Spannungen Europas wie unter einem Brennglas sichtbar werden, erlaubt das Gedicht einen besonders präzisen und erhellenden Blick auf die Gegebenheiten und Gemütslagen im Norden, Süden, Osten und Westen des Kontinents.

Die Anthologie Grand Tour. Reisen durch die junge Lyrik Europas, herausgegeben von dem italienisch-deutschen Dichtergespann Federico Italiano und Jan Wagner (Hanser Verlag 2019) versammelt Gedichte hunderter Autorinnen und Autoren aus 49 Ländern und fast ebensovielen Sprachen. Einige der präsentierten Dichterinnen und Dichter sind nun in Köln zu erleben – und vor allem zu hören.

Moderation: Federico Italiano, Jan Wagner

Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Englisch statt.

Eintritt 10/8 EUR

Karten erhalten Sie an der Abendkasse.

»Anderer Leute Träume«

Szenische Installation mit den AurotInnen der Poetica
Samstag, 25.1.2020, 20.00 Uhr

Schauspiel Köln, Depot 2

Es gibt so viele Arten zu dichten, wie es Dichterinnen und Dichter gibt, und jede kann auf ihre Art, mal leiser, mal mit Wucht, einwirken auf ihre Zeit (und spätere Zeiten), auf die Welt, die sie umgibt und von der sie zehrt. Wenn am letzten Abend die Dichterinnen und Dichter der Poetica mit unterschiedlichsten Traditionen und Sprachen auf der Bühne des Kölner Schauspiels in Szene gesetzt werden, ist den Zuschauerinnen und Zuschauern nicht nur ein schönes Babel garantiert, es wird auch ein weiteres Mal deutlich werden, wie nah beieinander Schönheit und Aufmüpfigkeit, Begehren und Aufbegehren sind, ob ein direkter Bezug zum Aktuellen gesucht wird oder nicht. „Sprache, damit ist auch die esoterische, die experimentierende, die radikale gemeint. Je heftiger sie der Sprachregelung widerspricht, um so mehr ist sie bewahrend“, schrieb Günter Eich einst in seiner Darmstädter Rede: „Nicht zufällig wird sie von der Macht mit besonderem Zorn verfolgt. Nicht weil der genehme Inhalt fehlt, sondern weil es nicht möglich ist, ihn hineinzupraktizieren. Weil da etwas entsteht, was nicht für die Macht einzusetzen ist. Es sind nicht die Inhalte, es ist die Sprache, die gegen die Macht wirkt. Die Partnerschaft der Sprache kann stärker sein als die Gegnerschaft der Meinung.“

Mit Tadeusz Dąbrowski (Polen), Erik Lindner (Niederlande), Luljeta Lleshanaku (Albanien), Agi Mishol (Israel), Helen Mort (England), Sergio Raimondi (Argentinien), Xi Chuan (China) und Serhij Zhadan (Ukraine) sowie dem Kurator Jan Wagner (Deutschland).

Mit Lola Klamroth, Philipp Plessmann, Jörg Ratjen, Katharina Schmalenberg und Kristin Steffen.
Regie und Musik: Philipp Plessmann; Dramaturgie: Dominika Široká ; Bühne: Stella Lennert; Kostüme: Jean Louis Frère.

In Kooperation mit dem Schauspiel Köln.

Tickets 12/7 EUR

Karten erhalten Sie über das Schauspiel Köln

(tickets[at]buehnenkoeln.de oder unter +49 (0)221 -284 00).